Eine Initiative von Naturwissenschaftlern und Ingenieuren
Im Jahr 1946 gründete eine Gruppe junger Ingenieure unter der Leitung von Dr. Otakar Kallauner vom Tschechoslowakischen Baustoff- und Keramikbau in Brünn eine eigene Forschungseinrichtung (Vorgänger des Baustoffforschungsinstituts).
Sie waren Absolventen der Fakultät für Chemieingenieurwesen (der Technischen Universität Dr. Edvard Beneš in Brünn) unter der Leitung des Pioniers unserer Silikatwissenschaft, Professor Otakar Kallauner Sr.
Pilotofen und moderne Drehrohrofenanlage
Im Jahr 1950 zog das Institut um in ein umgebautes Gebäude in Brünn-Komárov, und dies markierte den Beginn einer neuen Etappe in der Entwicklung des Instituts.
Im Jahr 1953 wurde eine provisorische Pilothalle gebaut und ein Pilotdreh- und später ein Schachtofen installiert. Im Jahr 1955 wurde eine neue Halle Nr. II mit einem neuen modernen Drehrohrofen gebaut, der noch heute zum Brennen von Spezialkalken genutzt wird.
Leiter der wissenschaftlichen und technischen Entwicklung in der Tschechoslowakei
Im Jahr 1964 wurde das Institut durch Beschluss des Bauministeriums zum führenden Abteilungsstandort für wissenschaftliche und technische Entwicklung im Bereich Baustoffe ernannt.
Durch einen weiteren Beschluss des Ministeriums wurde das Institut am 1. Januar 1966 in eine staatliche Wirtschaftsorganisation überführt, was die Möglichkeit der Beschaffung finanzieller Mittel sowohl aus dem Staatshaushalt als auch aus Auftragstätigkeiten bedeutete.
Die experimentelle Produktion und Entwicklung neuer Wege
Im Jahr 1962 wurde das Institut um die experimentelle Zementfabrik in Čebín erweitert, die von einem Computer gesteuert wird und deren chemische Zusammensetzung kontinuierlich durch einen Röntgenfluoreszenzanalysator kontrolliert wird.
Hier wurde auch eine einzigartige technische Forschung durchgeführt, die das mathematische Modell des Drehrohrofens verifizierte, die Simulation der Betriebsbedingungen des Ofens ermöglichte und gleichzeitig die Probleme der neuen Technologie des Brennens von Klinker mit Vorkalzinierung löste.
Es gab umfangreiche Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Mörtelentwicklung in den 1970er Jahren mit dem Themenschwerpunkt Kalk, wie beispielsweise die Einführung der Produktion von halbgebranntem Dolomit.
Kerbala-Kalksteinwerk im Irak
In den 1980er Jahren war ein bedeutender Schritt auf dem Gebiet des Kalks die Entwicklung einer neuen Methode zum Brennen von Kalkstein in einem Drehrohrofen, die auf dem Brennen von grob gemahlenem Kalkstein in einem kurzen Drehrohrofen mit einem Austauscher und einer Kühlerflüssigkeit basiert.
Diese Technologie wurde erstmals 1964 im Čebíner Kalkstein eingesetzt (Kapazität 100 Tonnen/24 Stunden).
In den 1980er Jahren wurde es im Loděnice-Kalkstein (1981, Kapazität 200 Tonnen/24 Stunden) und im Kerbala-Kalkstein im Irak (1984) realisiert, wo die Schweizer Firma Maerz 4 Öfen mit einer Kapazität von jeweils 300 Tonnen/24 Stunden baute, im Rahmen einer vom Institut erworbenen Lizenz und in enger Zusammenarbeit mit dem Institut.
Neue Ära nach dem Fall des Eisernen Vorhangs
In den 1990er Jahren kam es zu bedeutenden Kooperationen mit der Zement- und Kalkindustrie. Insbesondere bei der Überprüfung der Eignung nicht nur inländischer Rohstoffe, sondern in vielen Fällen auch ausländischer Rohstoffe.
Angefangen von der Bestimmung der chemischen Zusammensetzung, Auslegung und Berechnung der Rohstoffmischung, über die Überprüfung von Kalkstein und Dolomit zur Herstellung von Kalk in verschiedenen Brennöfen, der Bestimmung der Brennbarkeit, bis hin zur Überprüfung von Bränden und der Beurteilung der Qualität des erzeugten Klinkers, einschließlich seiner Mahlbarkeit.
Im Bereich Kalk ging es vor allem um den Nachweis seiner Anwendbarkeit für den hydrothermischen Prozess der Befüllung von Druckflaschen für Acetylen mit einer porösen Calciumhydrosilikatmasse auf Basis von Tobermorit und Xonolith.
Die Spezialisierung des Instituts auf Kalk
Das Institut begann in den 1990er Jahren mit der Produktion von hochaktivem Spezialkalk, halbgebranntem Dolomit, Wiener Kalk, Trockenmörtelmischungen und Dichtstoffen.
Ein wichtiges vom Institut direkt hergestelltes und geliefertes Produkt ist ein Spezialkalk mit hoher Reinheit, hoher Aktivität und hoher Viskosität als Kalkaufschlämmung, der zur Synthese von Füllmaterial für Acetylen-Druckflaschen verwendet wird.
Transformation und Umstrukturierung
Ende 2020 kommt es zu einer Änderung der Eigentumsverhältnisse der Aktiengesellschaft.
Ab 2023 durchläuft das Baustoffforschungsinstitut unter der Leitung von Dr.-Ing. Zdeněk Krejza eine schrittweise Umgestaltung und Umstrukturierung. In diesem Rahmen wird eine neue Entwicklungsstrategie in Bezug auf die Forschungsprioritäten der Tschechischen Republik und die Strategie „Circular Czechia 2040“ formuliert.
Für das langfristige Konzept der Entwicklung der Forschungsorganisation werden einige neue Forschungsziele definiert.